Das Spiel des Jahres

Bild TSV: Der TSV erwartet gegen den Championsleague-Gewinner Borussia Düsseldorf eine Rekordkulisse in der Shakehands-Arena, wie beim ersten Gastspiel im März diesen Jahres Bild TSV: Der TSV erwartet gegen den Championsleague-Gewinner Borussia Düsseldorf eine Rekordkulisse in der Shakehands-Arena, wie beim ersten Gastspiel im März diesen Jahres

TSV erwartet eine Rekordkulisse in der Shakehands-Arena

Bad Königshofen (rd) Dieser 25. November schwirrt seit Anfang August, als der Bundesliga-Spielplan durch die TTBL veröffentlicht wurde, durch die Köpfe mehr der Verantwortlichen im Hintergrund als die der Spieler des TSV Bad Königshofen, mehr als Weihnachten, Geburts- und Hochzeitstag zusammen. Unvergessen und in den Annalen des 157 Jahre alten Vereins eingebrannt ist das Erlebnis des ersten Auftritts von Borussia Düsseldorf, der besten Vereinsmannschaft Europas, in der Shakehands-Arena am 18. März dieses Jahres, vor 1270 Zuschauern. In der Zwischenzeit hat die Mannschaft das Triple auf die Erfolgsbilanz drauf gepackt: Die 30. Deutsche Meisterschaft, den 26. DTTB-Pokal und den fünften Championsleague-Gewinn. Davor standen schon auf dem Briefkopf sechs Mal Europapokal der Landesmeister und vier Mal der ETTU-Pokal.

Eng verbunden mit vielen dieser Erfolge ist der Name Timo Boll, seit 2006 Borusse, der die Vorbereitungen der Königshöfer maßgeblich beeinflusste. Kommt er oder kommt er nicht? Man arbeitete tatsächlich bei vielen Sitzungen Plan A und Plan B aus: Die Sitzplatz-Kapazität der Halle betreffend, mit oder ohne weitere Zusatztribünen, und die der Parkmöglichkeiten. Es deutete immer mehr darauf hin, dass Timo Boll sein zweites Bundesligaspiel in dieser Saison in Bad Königshofen bestreitet. Seine Borussia war nämlich ohne ihn arg auf Schlingerkurs geraten. Letzten Sonntag Aufatmen nach dem 3:2-Arbeitssieg gegen Bremen. Drei Niederlagen in Serie gab es davor. Eine davon bedeutete das Aus im Pokalwettbewerb (2:3 in Grünwettersbach). Sogar mit Timo Boll, aber keinem Beschwerde-freien. Der Rücken des 37-Jährigen macht ihn immer mehr auf sein Alter aufmerksam.

Am Mittwoch sollte ein Arztbesuch die Entscheidung bringen, ob er in Bad Königshofen spielen kann. Er hatte es sich so sehr gewünscht und vorgenommen. Ganz abgesehen davon, dass sich seine Mannschaft, mit 12:6 Punkten auf Platz 5 ab- und aus den Play-Off-Rängen raus gerutscht, keinen weiteren Lapsus mehr erlauben darf. Am Mittwoch selber hätte er nicht spielen können. Die Borussia, mit der TSV-Manager Andy Albert über deren Manager Andreas Preuß ständig in Kontakt steht, wolle sich die Chance bis Samstag offen halten. Und Albert, so dessen Auskunft, wolle die Zuschauer nicht hinhalten, könne es aber nicht beeinflussen. Deshalb bemühte er sich darum, dass Timo Boll auf jeden Fall mitkommt, „am besten zum Spielen natürlich, wenn nicht, dann wenigstens für die ´Bamberger-Talkrunde` hinterher und eine Autogrammstunde. Sein Zimmer im Hotel Ebner ist bestellt. „Im März waren es vier, diesmal fünf“, war zu erfahren. Preuß kommt erst am Sonntag mit dem Zug nach Schweinfurt.

Boll ist nicht nur Tischtennis-Idol und grandioser Sympathieträger, er ist einer der populärsten noch lebenden Deutschen, wie die SZ einmal schrieb. Nicht von ungefähr war er bei Olympia 2016 Fahnenträger von Schwarz-Rot-Gold in Rio de Janeiro. Seine persönlichen Erfolge füllen mehrere Seiten bei Wikipedia. Seit 15 Jahren gehört er zur absoluten Weltklasse, war 2003, 2011 und 2018 die Nummer 1 der Weltrangliste, momentan die 3. Wem solche Anerkennung widerfährt, der muss über den Sport hinaus mehr zu bieten haben. Hat er. Andreas Preuß nennt neben einer sportlichen („sein Ballgefühl“) mehrere menschliche Qualitäten: „Ruhe, Demut, Konzentrationsfähigkeit, Verlässlichkeit, die Fähigkeit, sich weiterzuentwickeln und letztlich die Liebe zu unserem wunderbaren Sport. Er ist sowohl sportlich als auch menschlich ein großes Vorbild.“     

Gar nicht so einfach für seine Teamkameraden, im Schatten einer solchen Größe immer wieder, am besten nur Erfolge abzuliefern. Preuß hat vorgesorgt dafür, dass Boll seine Einsätze altersspezifisch dosiert. Mit dem Ägypter Omar Assar (in der Weltrangliste aus den Top 20 auf 53 abgerutscht), den beiden Schweden Kristian Karlsson (WR 12) und Anton Källberg (WR 140), und dem Inder Kamal Achanta (WR 31) hat man vier weitere Weltklassespieler mit positiver TTBL-Bilanz im Kader. Kilian Ort sieht vor diesem Highlight keinen Druck auf sich und seiner Mannschaft. „Von uns einen Sieg zu erwarten, wäre vermessen. Wir spielen gegen die beste Mannschaft Europas, die zuletzt das Triple gewonnen hat. Sich da einen Sieg vorzunehmen, wäre überheblich, obwohl sie einige Verletzungsprobleme haben. Dennoch spielen wir gegen drei sehr starke Spieler, die auf dem Papier deutlich stärker einzuschätzen sind als wir. Deswegen gehen wir als klarer Underdog in diese Partie.   Von Timo weiß ich nichts Definitives. Karlsson gehört zu den besten Spielern der Liga. Es würde mich wundern, wenn er nicht zwei Punkte gegen uns machen würde, was unsere Aufgabe schon mal erschwert. Wir haben uns gut vorbereitet und hoffen, den Zuschauern ein gutes Spiel zeigen zu können.“

Letzte Änderung am Freitag, 23 November 2018 08:20

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